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Bauvorhaben Ringling

Visualisierung Ringling

Abschlägiger Entscheid des Bundesgerichts

Am 10. August 2016 teilte das Bundesgericht mit, dass der Ringling nicht gebaut werden darf. Der letztinstanzliche Entscheid kam für alle Seiten überraschend und stiess die Fachleute vor den Kopf. Als Begründung machte das Bundesgericht geltend, das Projekt „Wohnen für alle am Grünwald“ füge sich mangelhaft in die bauliche Umgebung ein. Dass ein Grossprojekt im letzten Moment aus ästhetischen Gründen zum Scheitern verurteilt wird, widerspricht bewährten Planungsprozessen und hat unter den Planern zu Verunsicherung geführt.

Die drei Bauträgerinnen – die BGS, die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich und die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich – bedauern den Entscheid. Er bedeutet vergebliche Planungsjahre und Planungskosten und stellt vor allem für das Quartier Rüthihof im Zürcher Stadtteil Höngg eine verpasste Chance dar: 277 Wohnungen sowie ein Laden, Kiosk, Café, Quartierzentrum, Kindergarten, Hort, Jugendtreff, Gemeinschaftsraum und verschiedene Dienstleistungen für das Alterswohnen können nicht realisiert werden.

Hoffnung auf ein neues Projekt im Rütihof

Die drei Projektpartnerinnen blicken jedoch optimistisch nach vorne. Sie halten an ihrem Vorhaben fest, ein genossenschaftliches Projekt am Grünwald zu bauen. Denn im Rütihof leistet der gemeinnützige Wohnungsbau seit Langem einen wichtigen Beitrag zum Quartierleben. Die BGS führt intensive Gespräche mit den anderen Bauträgerinnen und will mit der Stadt klären, welche Möglichkeiten für ein neues Projekt bestehen. Die bisherigen Erfahrungen werden in den Planungsprozess einfliessen.

Zum Ringling

Das Projekt „Wohnen für alle am Grünwald“− wie der Ringling auf dem Papier heisst − stammt von den Architekten Urs Primas, Jens Studer und Franziska Schneider. Sie gewannen 2005 den Architekturwettbewerb mit einem Projekt auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern, das 277 Wohnungen in einer Hofrandbebauung vereint. Zu den Qualitäten der ringförmige Siedlung gehörte eine weite Wiese mit vielen Bäumen im Innenhof umfasst von Blockrandbauten, die vor dem Verkehrslärm schützen sollten und als Promenaden gestaltet waren. In den Parterreräume waren öffentliche Nutzungen vorgesehen. Das Projekt richtete sich mit seinem Wohnungsmix an die Bedürfnisse der Menschen im Quartier und sollte mit einer Holzschnitzelheizung auch Nachbarsiedlungen versorgen.

Das Projekt hatte aber auch Gegner in der Nachbarschaft. Sie störten sich vor allem an der massiven Gestalt des Baukörpers. Die Gegnerschaft hatte mehrfach rechtlich gegen das Projekt interveniert, waren aber von den zuständigen Behörden wiederholt abgewiesen worden. Auf Ende Sommer 2016 hatten die Bauträgerinnen deshalb auch einen positiven Entscheid des Bundesgerichts erwartet. Das abschlägige Urteil kam für alle überraschend.